Apple und sein iPhone weckt immer wieder Begehrlichkeiten und dank des sehr guten Euro-Dollar Kursen hat der Einkauf oder Import aus den Staaten einen gewissen Charme. Da zwischenzeitlich das Entsperren der Software und damit das ProviderunabhĂ€ngige Nutzen des iPhone kein Problem mehr ist, wird eine groĂe Schranke beseitigt. Nun geht Apple gegen den Import nach Deutschland juristisch vor.
Das dieser Gedanke nicht zu fern ist, zeigen SchÀtzungen, die davon ausgehen dass weltweit etwa 25-30 Prozent aller iPhones entsperrt sind und nicht in den eigentlich vorgesehenen Netzen genutzt werden. So sind in der Schweiz angeblich schon mehr als 34.000 iPhones in Benutzung, obwohl das GerÀt offiziell noch gar nicht gibt.
Apple ist mit seiner exklusiven Kopplungen an einen Provider je Land einen neuen Weg der Vermarktung gegangen, der nicht unumstritten ist. Nicht zuletzt gab es in Deutschland bereits gerichtliche Verfahren zu diesem Punkt, als sich T-Mobile und Vodafone ĂŒber diese Art der Monopolisierung stritten.
Nun scheint Apple dem Import der GerĂ€te in Deutschland und damit die Umgehung des Exklusivvertrages aber nicht weiter tolerieren zu wollen und geht juristisch gegen die Importeure vor. Wie bekannt wurde erhielt eine HĂ€ndlerin, die 150 GerĂ€te aus Frankreich importierte eine Abmahnung von Apple, in der das Unternehmen sie auf Unterlassung in Anspruch genommen hat. Den Streitwert fĂŒr die Angelegenheit meinten die RechtsanwĂ€lte auf 2.000.000,00 Euro festlegen zu wollen. Wenn man berĂŒcksichtigt, dass der Regelstreitwert fĂŒr Markensachen vom BGH zuletzt auf 50.000,00 Euro bestimmt wurde, haben die RechtsanwĂ€lte einen erheblichen Apple-Aufschlag vorgenommen. Allein die Rechtsanwaltskosten beliefen sich in der Abmahnung auf 13,512,80 Euro.
Da das Vertriebsmodel von Apple rechtlich umstritten ist und der Erschöpfungsgrundsatz eigentlich auf den europÀischen Markt aufbaut, wird eine gerichtliche KlÀrung des Sachverhaltes spannend. Allerdings ist Jedem der mit dem Gedanken liebÀugelt auch ein paar iPhones zu importieren zu raten, vorsichtig zu sein und tunlichst zu vermeiden die Stufe eines gewerblichen Handels nicht zu erreichen.

